Modellbau in Spur 5

Mit den Erfahrungen die ich aus dem Projekt 381 018 gewinnen konnte, ist nun ein weiteres Modellbahnprojekt im Maßstab XXL angegangen worden. Diesmal in Spur 5. Diese Spur ist weiter verbreitet und hier sind die Fahrmöglichkeiten, gerade auf Privatanlagen, deutlich größer.

Der für die Spur 5 übliche Maßstab von 1:11 ist mir aber zu klein. Die neuen Modelle sollen in etwa die selbe Größe haben wie das Projekt 381 018. Setzt man die sächsische Schmalspur mit der Spurweite der Spur 5 in Bezug, so kommt man auf einen "handfesten" Maßstab von 1:6.

Auf der Suche nach einfachen, leicht zu bauenden Fahrzeugen, bin ich auf die NS4 und den sä. GGw gestoßen. Beide Fahrzeuge sind im Original noch vorhanden und können fotografiert und vermessen werden.

Die NS4 ist so konstruiert, dass sie den Antrieb und ein Ballastgewicht aufnimmt. Akku und Steuerung befinden sich im Bedienwagen. Alle Fahrzeuge haben eine durchgehende Traktionsleitung die von der Steuerung beaufschlagt wird. Damit ist es möglich verschiedenste Zugkompositionen zu fahren.

Ein modularer Aufbau sorgt bei den angepeilten 50 kg Gesamtgewicht für handhabbare Lasten. Der Rahmen mit Antrieb und allen Anbauteilen wird etwa 25 kg wiegen. Dann kommt ein aufsetzbares Ballastgewicht von 20 kg und zum Schluß die Aufbauten als selbsttragende Konstruktion ebenfalls zum aufsetzen.

Sollte bei Anlagen mit größeren Neigungen die Zugkraft für die 2-3 Sitzwagen nicht ausreichen, kann dank der durchgehenden Traktionsleitung eine weitere Lok vorspannen oder nachschieben. Deshalb werde ich beide der noch vorhandenen NS4 nachbauen.

Derzeit sind alle Dreh- und Laserteile für die Grundrahmen fertig. In Ermangelung einer Fräsmaschine ruhen hier momentan die Arbeiten. Kommt Zeit, kommt Rat.

Am GGw sind keine Fräsarbeiten notwendig, deshalb geht es hier weiter.

Bei einer originalen Nachbildung des GGw kommt man auf eine Länge von 1,75 m. Dies ist wenig kofferraumtauglich. Ich habe mich deshalb entschlossen jeweils neben der Tür ein Feld weg zu lassen. Damit komme ich auf eine Länge von ca. 1,3 m. Der Bedienwagen erhält eine Feststellbremse, die auf einen Radsatz wirkt und auf dem Dach eine Fläche zur Unterbringung der Bedienelemente. In die große Öffnung im Dach wird einfach ein gepolstertes Brett eingelegt.

Wagenkasten und Drehgestelle sind für eine Traglast von 250 kg konstruiert.

 

Lange ist von diesem Projekt nichts berichtet worden. Die Arbeit ging hinter den Kulissen jedoch weiter. Ursprünglich war geplant die Fahrzeuge nur als Gastfahrer auf anderen Anlagen zu nutzen. Zu Testzwecken habe ich mich aber entschlossen auch eine eigene Fahrstrecke aufzubauen. Sehr bescheiden zwar, doch für den Zweck reicht es. Einfach ein paar Gleise legen war allerdings nicht möglich. Vorher stand daher die Umgestaltung des Grundstückes an. Es blieb praktisch kein Stein auf dem anderen. Eine Arbeit, die weit mehr Zeit benötigte als der Bau der Fahrzeuge, und noch weiter benötigen wird. Denn ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Aber erste Ergebnisse sind schon sichtbar.

Gleisplan
Grundstück Bahn.pdf
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Der GGw ist mittlerweile fertig. Es fehlt nur noch die Beschriftung. Zwischenzeitlich ist auch noch ein OOw in Bau. Dieser ist ebenfalls auf ca. 1,3 m gekürzt ohne aber die Optik zu beeinträchtigen. Er ist bewust einfach gehalten, da er für den Kindertransport gedacht ist. Zwei Sitzwürfel und wichtig, die Füße innerhalb der Bordwände, sollten dafür genügen. Natürlich wird es den OOw auch in Scale-Ausführung in zwei verschiedenen Varianten geben. Weiterhin sind die Zeichnungen für einen  HHw fertigt. Der wird wohl als nächstes entstehen.

Auch bei der Fahrstrecke gibt es Neues zu vermelden. Ein weiterer, sehr komplizierter Abschnitt steht vor der Fertigstellung. Hier war Neuland zu betreten. Dieser Abschnitt führt über eine Rasenfläche, die ich nicht "zerschneiden" wollte. Zum Einsatz kommt daher ein spezielles Rasengleis das nur bei frisch gemähtem Rasen sichtbar sein soll. Anfangs nicht geplant, mußte in der Mitte dieses Abschnittes noch eine Weiche platziert werden für den Abzweig zum Gartenhaus, in dem die Fahrzeuge parken. Da die Zwischengerade für die Weiche zu kurz ist, wurde sie im Zungenbereich als ABW mit unterschiedlichen Radien und ab dem Herzstück als IBW ausgeführt. Im Zungen- und Herzstückbereich ist die Weiche durch Bleche gegen durchwachsenden Rasen geschütz. Ob es funktioniert, wird sich zeigen.

Der Abschnitt wurde "live" auf der Trasse zusammen geschweißt. Eine Zeichnung wäre hier vergebene Müh gewesen und hat schon bei der ersten Weiche nicht funktioniert. Die beiden 6 m langen Schienen wurden am Bestand angehoften, der Gegenbogen dann auf der Trasse modelliert und mit Schweißdrahtenden fixiert. Anschließend wurde mit einer überdimensionalen Radienlehre geprüft, ob alles schön über 5 m bleibt. Dann wurden die Weichenschwellen ausgemessen, angefertigt, untergebaut und angeschweißt. Die Weichengeometrie war damit fix und das Teil konnte herausgeschnitten werden.