Portrait eines sehr eigenwilligen Eisenbahnfahrzeuges

Auf dieses Fahrzeug wurde ich 1985 aufmerksam als ein Modellbahnfreund seinen Eigenbau in TT präsentierte. Seither ließ mich der Wille dieses Fahrzeug ebenfalls im Modell zu verewigen nicht mehr los. Die Umsetzung sollte allerdings erst viele Jahre später erfolgen.

Der hier vorgestellte Triebwagen ist ein Eigenbau der Werkstatt der Neuhaldenslebener Eisenbahn. Aus einem zweiachsigen Packwagen entstand Anfang der dreißiger Jahre ein diesel-elektrischer Schlepptriebwagen mit Packabteil. Eine Achse des Wagens wurde durch ein zweiachsiges Drehgestell mit Fahrmotoren ersetzt. Darüber platzierte man ein 300 PS starkes Dieselmotor-Generator-Aggregat. Eingereiht als T 03 (später VT 135 552) war er bis 1956 in Betrieb.

Das Modell entstand in ähnlicher Weise. Die Basis bildet das Untergestell einer Piko 110. Ein Drehgestell wurde entfernt und dafür ein halbes Güterwagenuntergestell verwendet. Das 110er Drehgestell besitzt zufällig den notwendigen Achsstand. Es fand sich auch noch eine Drehgestellblende von einem Reisezugwagen mit Blattfederwiege, welche dazu passte.

Das Oberteil wurde aus zwei Gehäuseteilen des Piko-Packwagens Pwi hergestellt. Hier fand die Salami-Taktik Anwendung, wobei das Dach allerdings aus einem Stück besteht. Probleme hatte ich bei der Festlegung der Fensterteilung der Frontfenster.

Die Fotos, die zur Verfügung standen, zeigen nur die Seitenansicht. Ich habe mich für eine Dreiteilung entschieden, da sie bei Triebwagen dieser Zeit üblich war. Das kann aber auch falsch sein.

Zu Betriebszeiten fuhr der Triebwagen meist zwischen zwei Steuerwagen. Einen davon werde ich sicher noch bauen, da er heute noch existiert (197 833) und so Fotos und Maße verfügbar sind. Nach ersten Peilungen könnte ein alter Piko-Eilzugwagen als Spender funktionieren.