Portrait der 18 314

Unikate strömen immer den Reiz des Besonderen aus. So auch Lok 18 314. Als Schwesterlok der weithin bekannten 18 201 stand sie etwas zu Unrecht im Schatten dieser. Das eigenwillige Äußere schreit geradezu danach im Modell ungesetzt zu werden. In der heutigen Zeit wird man eher abwarten. Irgendein Hersteller bringt sie schon raus. Aber 1985 war das noch anders.

Auf den ersten Blick relativ einfach herzustellen, entpuppt sich die Sache doch schwieriger als gedacht. Insbesondere die Frontverkleidung hat es in sich.

Das Modell basiert auf einer Piko 01. Am Fahrwerk halten sich die Veränderungen in Grenzen. Neben der optischen Retusche des Gleitbahnträgers durch eine Blende ist nur die Schleppachse etwas nach hinten zu rücken.

Wesentlich aufwändiger ist der Kessel. Hier war zunächst die Domverkleidung bis zum ersten Sandkasten zurückzunehmen. Die Rauchkammer erhält dann einen Oberflächen-vorwärmer, den ein 86er-Gehäuse spendiert hat, und den charakteristischen Krempenschornstein (Drehteil). Diverses Kesselzubehör aus Draht und Blech ergänzt die Sache.

Zur Herstellung der Windleitbleche empfiehlt sich die Anfertigung einer Schablone. Es dauert etwas bis die richtige Form gefunden ist.

Die absolute Herausforderung ist die Frontschürze. Bis hinter die Zylinder ist sie aus einem Teil gefertigt. Sie besteht aus Kupferblech, was in die entsprechende Form getrieben wurde. Erst der vierte Versuch brachte das gewünschte Ergebnis. Die Seitenverkleidung war dann wieder relativ einfach herzustellen.

Am Tender waren bis auf die Kulisse zur Kurzkupplung keine Änderungen notwendig.

Allerdings erhielt das Modell zwischenzeitlich einen zeitgemäßen Antrieb.