Gestaltung einer Dampflok

Dampflokomotiven sind nur selten sauber und wirken neuwertig. Insbesondere die damals im Planeinsatz befindlichen, wiesen doch erhebliche Gebrauchsspuren auf.

So mache Lok hat kurz vor ihrer nächsten Hauptuntersuchung gar keine Pflege mehr erhalten.

Solche Spuren an einem Dampflokmodell anzubringen ist gar nicht so schwer.

Man muss sich nur trauen.

Am besten ist immer die Orientierung am Vorbild. Fotos gibt es genug.

Der hier beschriebene Vorschlag zeigt die 01 507, wie sie kurz vor einer Hauptuntersuchung ausgesehen hat.

Die komplette Lok ist weitgehend verdreckt, nur die Treibräder sind geputzt. Ferner weisen Kesselarmaturen und Zylinder schon einige Undichtheiten auf.

Vor Beginn der farblichen Gestaltung sind alle Gelenke der Steuerung mit ein wenig Öl zu schmieren. Dies verhindert bei der Farbgebung das Verkleben der Steuerung. Man kann sich auch die Mühe machen und die komplette Steuerung abnehmen und einzeln behandeln.

Dann werden alle sichtbaren Teile des Fahrwerks von Lok und Tender mit mäßig verdünnter Acrylfarbe (atrazyt matt) deckend lackiert. Über den Grad der Verschmutzung entscheidet die Menge der Verdünnung. Versuch macht hier klug.

Sollte es doch einmal zu schmutzig aussehen, kann sofort wieder mit einem Wattestäbchen reduziert werden. Aus diesem Grunde ist es ratsam abschnittsweise zu arbeiten.

Die Bereiche an Kessel und Zylindern, die durch Undichtheiten mit Spuren von Kesselstein überzogen sind, werden mit stark verdünnter weißer Farbe nachgebildet, in die eine Spur von beige gemischt ist.

Hier ein realistisches Bild zu erreichen ist schwieriger. Die Stellen müssen mehrfach behandelt und immer wieder mit den Wattestäbchen nachgewischt werden, um Nuancen herauszuarbeiten. Hier hilft strenge Orientierung am Foto.

Man glaubt es kaum. Ein so verdrecktes Fahrzeug, entsprechend gestaltet, ist der Hingucker auf der Anlage.

 

Die Endlackierung einer Dampflokomotive wurde während der Hauptuntersuchung  immer als Letztes nach der Probefahrt ausgeführt. Eine Lok in diesem Look zu gestalten ist besonders interessant und auch nicht so schwierig.

Am besten man orientiert sich auch hier an Fotos.

Wichtig ist ein sauberes, aber möglichst stumpfes Gesamtbild der Lok, das Schattierungen im Schwarz enthält. Während der Instandsetzung wurde sie gründlich gereinigt, was dem noch vorhandenen Lack natürlich nicht besonders zuträglich war. Einige Stellen wiesen Korrosionsschäden auf, die ausgebessert und mit Grundierung versehen sind. Hier muss unbedingt der Grundsatz „Weniger ist mehr“ beachtet werden. Sonst wirkt das Ganze nicht.

Einige Teile sind auch komplett erneuert und schon vor der Montage fertig lackiert. Diese sparsam dargestellt, runden das Bild ab.

Eine große Herausforderung ist das Anbringen der vielen „Hieroglyphen“, die während des Instandsetzungsprozesses an den Teilen der Lok mit Kreide angeschrieben werden. Mit einem 000-Pinsel sollte das aber gelingen.

Die meisten Teile sind fahrzeugspezifisch und werden deshalb mit der Ordnungs-Nummer gekennzeichnet. Hinzu kommen Befunde aus der Qualitätskontrolle die mit Pfeilen oder einen Wortlaut (z.B. „lose“) angeschrieben sind. Ferner sind Hinweise für den innerbetrieblichen Transport zu finden (PA 1 fördern) oder auch mal ein kleiner Spruch. Nicht vergessen werden dürfen die Angaben aus der Rahmenvermessung.

Ein Muss ist die Nachbildung der Indiziereinrichtung. Denn so gingen die Loks auf Probefahrt. Hierzu war die Zylinderverkleidung abgenommen, was durch entsprechende Fräsarbeiten am rechten Zylinder dargestellt wird.

Aus etwas Draht, Feinblech, Zwirn und Teilen aus der Bastelkiste entsteht die Indiziereinrichtung. Absolute Modelltreue ist hier nicht notwendig, da es die verschiedensten Ausführungen gab.

Wer etwas Besonderes auf seiner Anlage fahren lassen will, sollte sich hieran versuchen.