Die Anlage Wehr (nicht mehr im Bestand des Vereins)

Die Anlage Wehr stellt eine Gebirgslandschaft in Stil der 60-er bis 80-er Jahre dar. Da an rollenden Material noch einiges in Spurgröße TT im "Altbestand" war, wurde bei der Konzeption dieser Anlage auf diese Spurweite zurückgegriffen. Die Anlage ist L-förmig aufgebaut und besteht aus 2 Platten. Das Schenkelmaß der Anlage beträgt ca. 3,20 x 2.50 Meter

Ausgehend von der Stadt im Hochplateau kann der Bahnhof mit angeschlossenen Bw in zwei Richtungen verlassen werden. Beide eingleisige Ausfahrten „verschwinden“ jeweils in einem Tunnel, werden unter der Oberfläche parallel geführt und werden an einer Weiche zusammengebracht. Nach dieser Weiche geht es eingleisig durch einen weiteren Tunnel zu einem Haltepunkt im "Tal" der Anlage. Der Haltepunkt ist zweigleisig ausgelegt, kann aber von jeder Richtung aus nur eingleisig befahren werden.  Der schaltungstechnische Aufwand für eine andere Lösung wäre zu groß geworden.

Nach dem Haltepunkt geht es in den Schattenbahnhof, in dem acht Züge „geparkt“ werden können. Die Einfahrt in den Schattenbahnhof erfolgt automatisch, je nachdem, welches Gleis schon durch einen Zug besetzt ist.

Die Steuerung der Anlage ist komplett analog und wurde halbautomatisch realisiert, d.h. Teilbereiche sind mit Blockstellen abgesichert, andere Streckenabschnitte müssen per Hand und Auge gesteuert bzw. überwacht werden. Zum Steuern reicht in der Regel eine Person aus, nur wenn gleichzeitig noch auf dem Bw rangiert wird, ist der Betrieb mit zwei "Fahrdienstleitern" einfacher.

 

Die ersten konkreten Entwürfe wurden aufs Papier gebracht...

Vom Schattenbahnhof aus wird der gewünschte Zug zum Haltepunkt geschickt. Am Haltepunkt angekommen bremst der Zug automatisch ab. Hierbei ist zu bemerken, dass wir erstmals Hall-Sensoren statt der weit verbreiteten Glasrohrohrkontakte eingebaut und getestet haben. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Hall-Sensoren sind wesentlich kleiner und lassen sich fast unsichtbar ins Gleis einbetten.

Ab dem Haltepunkt wird der Zug aufwärts wieder manuell gesteuert. Es muss vorgewählt werden, von welcher Seite aus die Einfahrt in den oberen Bahnhof erfolgen soll. Für die Regelung der Fahrgeschwindigkeit stehen am Pult zwei elektronische Fahrregler zur Verfügung.

 

 

Der Aufbau

Trotz seiner körperlich eingeschränkten Möglichkeiten ist es unserem Vereinsmitglied Ralf Wehr gelungen auch landschaftlich starke Akzente zu setzen. Mit viel Liebe zum Detail hat er gemauerte Steinwände, zwei Fabrikgelände, ein Stückchen Ackerland und die bergige Landschaft mit sehr schönen Felsenstrukturen erstellt.

Da die Schornsteine realitätsnah “qualmen” sollten, was ja bei Ausstellungen immer sehr publikumswirksam ist, wurden Rauchgeneratoren eingebaut. Der große Schornstein mit dem großen Generator musste sogar noch durch einen Lüfter unterstützt werden, da keine Kaminwirkung zustande kam.

 

Bilder der fertigen Anlage

Steckbrief:

Nenngröße:                 TT

Abmessungen:           L-förmig           Länge langer Schenkel:  3,0 m

                                                          Länge kurzer Schenkel:  2,5 m

                                                          Breite:  1,2 m

Bauzeit:                      Planung 2001, Umsetzung seit 2002-2007

Maximalkapazität:      10 Züge und 1 Rangiereinheit

Motiv:                         Nebenbahn, mit kleiner und großer Zwischenstation

Darstellungszeit:        um 1975

Gleismaterial:             TILLIG  Modellgleis

Weichenantriebe:       Postrelais

Elektrik:                      - Weicheneinzelsteuerung in den Bahnhöfen

                 - ein Bahnhofsfahrregler, zwei Streckenfahrregler (Strecken

                    einzeln zuschaltbar)   

                 - Schattenbahnhof mit Festspannung und automatischer 

                    Steuerung                              

Besonderheiten:        Die Finanzierung der Anlage erfolgt teils durch den Verein, teils

                                  privat. Sie ist ein Therapie-Projekt für ein motorisch

                                  beeinträchtigtes Vereinsmitglied. Durch dieses Projekt wird

                                  sichergestellt, das dem Vereinsmitglied an den Händen

                                  wenigstens ein gewisses Maß an Feinmotorik erhalten bleibt.

                                  Abgesehen vom Rahmen wurden alle Arbeiten von dem Mitglied

                                  selbst erledigt.